Seit 50 Jahren: Aus Liebe zu den Leuten und zu Leutschach

Ida Pinnitsch aus Langegg hat nach der Schule in Graz während ihrer Praxis als Hauswirtschaftslehrerin in Leutschach den Fleischhauermeister und Gastwirt Bruno Pinnitsch kennen- und lieben gelernt. Ihren Lehrer-Beruf hat sie „aus Liebe“ an den Nagel gehängt und die aktive und stets lächelnde „Ida“, wie sie alle nennen, ist seither für viele vor allem Einheimische zu einer echten Freundin geworden.

Von Montag bis Samstag, früher auch noch am Sonntag stand und steht Ida Pinnitsch am Hauptplatz in Leutschach mit Sohn Leopold und Schwiegertochter Martina im kleinen Verkaufsraum. „Meine Leute und die vielen Bummerl, die ich ansonsten mit meinen Gästen im Gasthaus gespielt haben, gehen mir schon sehr ab!“. Doch die rüstige Ida hält mit sehr vielen ihrer Gäste, mittlerweile wohl viel mehr schon Freunde, laufend Kontakt über Telefon und Whatsapp. „Ich weiß wohl von dem einen oder anderen mehr, als die eigenen Familien und ich schätze diese echten Freundschaften wirklich sehr!“. Neben den vier Stunden am Vormittag, wo die Fleischhauerei die heimischen Kunden mit Fleisch- und Wurstspezialitäten täglich versorgt, verbringt Ida mittlerweile wieder viel Zeit mit Büchern „jetzt habe ich wenigstens wieder dafür Zeit,“ meint sie, und ergänzt „denn wenn ich dauernd nur in Radio- und Fernsehen die Nachrichten höre, wird es auch nicht besser!“. Sohn Leopold, der den Betrieb nach dem Tod des Vaters Bruno stark in Richtung Fleischhauerei erweiterte, ist aktiver Feuerwehrmann und Bruder Reinhold Polizist. „Wenn ich von den beiden Söhnen höre, wie unvernünftig im Moment zum Teil die Leute sind und jene gefährden, die arbeiten müssen und für uns da sind, bekomme ich echt einen Grant!“. Auch wenn Ida Pinnitsch befürchtet, dass die meisten Menschen wohl nach der Corona-Krise die jetzt im Moment wiedergefundenen Tugenden wie Familie, Nachbarschaft, Zusammenstehen oder Gemeinschaft schnell wieder vergessen haben könnten, hat sie eine Hoffnung „Vielleicht denkt der eine oder andere doch nach, und erkennt, dass vieles zum Glücklichsein gar nicht nötig ist und man es gerade bei uns so schön haben kann!“, denn lange Urlaube waren nie so ihre Sache, daheim habe sie alles, außer ihren vor wenigen Jahren verstorbenen Bruno, der im Moment auch allein im kleinen Gastraum über dem Stammtisch hängt, wo die Schnapskarten und der Bummerlzähler aber schon auf die nächsten Einsatze warten.

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